Daten zur Person

  • geb. 16.01.1963 in Zehlendorf
  • 1969-1975 Nord-Grundschule
  • 1975-1981 Schadow-Oberschule in Zehlendorf, Abitur 1981
  • Studium der Neueren Geschichte, Politik und Publizistik an der Freien Universität Berlin
  • anschließend Lokaljournalist in Brandenburg und 15 Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Bundestagsabgeordneten Renate Rennebach und Klaus Uwe Benneter
  • Mitglied der SPD seit 1981
  • 1999 – 2012 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Zehlendorf und Steglitz-Zehlendorf
  • seit dem 18.01.2012 Bezirksstadtrat für Immobilien und Verkehr und Stellvertretender Bezirksbürgermeister in Steglitz-Zehlendorf.
  • Verheiratet, ohne Kinder
  • Mitgliedschaften: SPD, SGK, ver.di, AWO, Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin, Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf, Heimatverein Steglitz, Heimatverein Zehlendorf

Von Kind an politisch interessiert

Fragen an Michael Karnetzki, Bezirksbürgermeister-Kandidat der SPD für Steglitz-Zehlendorf

MK16- (49)n

Stimmt es, dass Sie sich schon im Grundschulalter für die Geschichte der SPD interessiert haben?

Ja das stimmt. Mit meinen Eltern habe ich die Ausstellung „Fragen an die deutsche Geschichte“ besucht. Da hat mich ein Foto des jungen Arbeiters August Bebel beeindruckt, der sich im Kaiserreich mit Bismarck angelegt hat. Vom Taschengeld habe ich mir dann eine kleine rote Bebel–Biografie gekauft. Seither hat mich die SPD-Geschichte beschäftigt, später auch im Studium.

Sie sind ja bereits mit einem SPD-Gen zur Welt gekommen: Ihre Eltern waren beide in der Zehlendorfer SPD aktiv. Heißt das: bei Karnetzkis gab es Debatten beim Mittagessen und abends wurden Plakate geklebt?

Genau so war das. Wir Kinder haben Wahlkampf gemacht, schon für Willy Brandt, SPD-Zeitungen ausgetragen, mit der SPD Kinderfeste gefeiert. Bei uns wurde bei Tisch immer über Politik gesprochen. Manchmal wurde auch heftig gestritten, z.B. über die Friedensbewegung. Denn ich war jung und links…

Ihre Mutter war 17 Jahre lang Bezirksverordnete. Ist sie Ihr Vorbild?

Ja, in jedem Fall. Meine Mutter, die aus einfachen Verhältnissen kam, hat kurz nach dem Krieg eine Verwaltungslehre im Bezirksamt Reinickendorf begonnen und schon damals wollte sie immer Kommunalpolitik machen. Vor Ort die Gesellschaft gerechter machen, das war ihr Anliegen. Und meins auch.

Wann haben Sie eigentlich Gitarre spielen gelernt?

Das war in meiner Zeit in der evangelischen Jugend der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde. Da haben wir viel gesungen, nicht zuletzt Friedenslieder, die ich schon damals sehr mochte.

1983 haben Sie zum ersten Mal auf einer Bühne gestanden und Arbeiterlieder gesungen. Inzwischen gelten Sie als „roter Barde“ der SPD. Singen Sie, weil es Ihnen Freude bereitet oder sind Ihre Auftritte für Sie „Politik nach Noten“?

Beides. Ich stehe manchmal in der Küche, weil da die beste Akustik ist, und singe einfach nur so für mich. Aber die Lieder die ich mag haben immer auch einen politischen Inhalt. Nicht nur Arbeiterlieder, sondern auch die jiddischen Lieder, die ich sehr gern singe. Und natürlich weiterhin die Friedenslieder aus der Zeit der evangelischen Jugend.

Ihr Wahlslogan „Solide & Solidarisch“ passt also auch zum Liedersänger Karnetzki. Nur: schlägt die SPD mit dem „alten Lied“ von der Solidarität und dem Kampf für eine bessere Zukunft heute noch die richtigen Töne an?

Davon bin ich überzeugt. Die Melodie verändert sich, aber die Botschaft bleibt die gleiche: „Füreinander“ und nicht jeder egoistisch für sich alleine.

die Fragen stellte Ulrike Wöhning